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Rückblick April 2026

Im Monatsrückblick schreibe ich frisch von der Leber was mich in diesem Monat beschäftig

Reden nicht schweigen

Im März Rückblick habe ich kurz erwähnt, dass Schweigen oft nicht der richtige Weg ist, wenn es zum Beispiel um Krankheit geht und ich diesbezüglich meine Erfahrung gemacht habe. Darf man nun die Leidensgeschichte kennen oder soll das Individuum gleichbehandelt werden. Ich finde es an der Zeit, dass endlich geredet wird. Ja und eine Konfrontation ist so natürlich nicht auszuschliessen.

 

Vor mehr als dreissig Jahren wurde bei mir Endometriose festgestellt. Damals (und eigentlich bis heute) eine Unterleibserkrankung die oft nicht entdeckt und ernst genommen wurde/ wird. Ich hatte Glück. Bei mir wurde der Befund rasch diagnostiziert und dementsprechend behandelt. Bei Endometriose handelt es sich um Gebärmutterschleim (Endometrium) der sich ausserhalb der Gebärmutter ansiedelt. Diese Zellen durchlaufen den gleichen Monatszyklus. Es kommt also zu Blutungen die im Bauchraum nicht abfliessen können. Die Zellen können sich fast überall ansiedeln vorwiegend im Unterleib selten aber auch auf der Lunge oder anderen Organen. Bei vielen Frauen bleibt wegen der Endometriose der Kinderwunsch aus. Dies kann verschiedene Gründe haben. Bei mir war es der Wettlauf mit der Zeit. Da sich schnell wieder Zysten bildeten wurde der Schmerz bald wieder unerträglich und ich musste handeln. Da sich bei mir das gesammelte Blut an den Eierstöcken sammelte (sogenannte Schokoladenzysten) hatte ich glaub das Glück eben diese schnelle und eindeutige Diagnose bekommen zu haben. Zweimal musste ich mich unters Messer legen, um diesen Schleim und natürlich die Zysten zu entfernen. Danach musste ich mich jeweils einer Hormontherapie unterziehen. In der Zeit als ich nicht hätte Schwanger werden wollen nahm ich jeweils Gelbkörperhormone. Diese stoppten während der Einnahme die Monatsblutungen eigentlich gänzlich und so hatte ich kaum mehr Beschwerden.

 

Ein letztes Mal wollte ich es noch versuchen ich war um die vierzig und wenn es sein sollte würde ich schwanger werden, wenn nicht sei es halt so. Leider konnte ich es nicht der Natur überlassen und musste nach fürchterlichen Schmerzen wieder Medikamente einnehmen. Mittlerweile gibt es Endometriose-Medikamente die aber natürlich auch wie andere Gelbkörperpräparate wirken also auch gegen eine Schwangerschaft.

 

Ich habe die Menschen immer mit meiner Krankheit konfrontiert Frauen wie Männer. Manchmal gab’s lange Gesichter, ja. Überforderung auch. Mir war das egal. Wer sich für meine Sorgen, Ängste und sich für mich als Mensch interessierte musste das aushalten. Mein Mann hatte so ein grosses Verständnis und wir konnten unsere Bedürfnisse so gut es ging einbringen. Das war nicht immer einfach, für uns Beide. Probleme gibt es mit schrecklichen Schmerzen und nicht erfülltem Kinderwunsch automatisch. Mein Mann nahm mich ernst und brachte so manche Frau (auch Mann) zum Staunen über sein Wissen und Verständnis bei gynäkologischen Angelegenheiten.

 

 

Schweigen kann gefährlich sein

Schweigen fördert Missverständnisse, alles Unangenehme wegräumen führt zu Unwissen und Einschränkungen eigener Meinungen und zuletzt zum Verlust des Dialogs.

 

Wir sind in einer Zeit angekommen, alles Unangenehme zu eliminieren, anstatt darüber zu diskutieren. Wenn keine Symbole mehr vorhanden sind, kann man darüber schweigen und vergessen. Es wollen aber nicht alle schweigen und vergessen, so entsteht durch Zensur nur noch mehr Unverständnis, dass gefährlich polarisiert.

 

Ein Beispiel: Der Schweizer Louis Agassiz war ein anerkannter Wissenschaftler der sich unter anderem als Glaziologe einen Namen machte. In der Schweiz benannte man zu ehren einen Berg nach ihm. Er wanderte später in die USA aus. Dort befasste er sich unteranderem mit Menschenrassen. Er kam zum Schluss, dass Menschenrassen unterschiedlich entstanden sind umso die Sklaverei zu legitimieren. Zum anscheinenden Beweis lies er Fotografien von noch «reinen afrikanischen» Sklaven anfertigen. Mit diesen unwürdigen Fotografien wurde auch der Sklave Renty, unfreiwillig berühmt. Diese Fotos sollten beweisen, dass die Weissen den Schwarzen um Weiten überlegen sind und Schwarze eine mindere Rasse darstellen. Dies war die tiefdunkle Seite des Rassisten Agassiz.

 

Dies hatte im 21. Jahrhundert zur Folge, dass das Agassizhorn in Rentyhorn unbenannt werden sollte. Würde dies etwas ändern? Wohl kaum. Wer sich interessiert warum welche Berge welchen Namen haben und sich mit der Geschichte darum auseinandersetzen, werden zu ihrem eigenen Entschluss kommen egal ob das Horn nun Renty oder Agassiz heisst. Die Diskriminierung und das abgrundtief Menschenverachtende, dass Renty und viele andere, durch Agassiz erleben mussten, an dem ändert ein anderer Name des Berges auch nichts. Vielen anderen ist es völlig egal warum all die Berge, Hörner und Spitzen genau den Namen tragen den sie haben.

 

Um wirklich etwas aus der Geschichte zu lernen, finde ich sollte man Symbole auch mal bleiben lassen. Wichtig dabei die Diskussion, dass Helden eben nicht nur Helden waren, sondern auch viel Leid erbracht haben und Menschunwürdige Äusserungen an den Tag legten die mich zum Weinen bringen… …wie Agassiz.

 

Das Gleiche passiert doch auch mit Kindern. Alles erdenklich Schlechte, was den Kindern von heute schaden könnte, wird versucht zu zensurieren. Alte Kinderfilme wie zum Beispiel Pipi Langstrumpf müssen der Sprache von heute angepasst werden. Sie seien nicht mehr Kindergerecht. Hallo da bleibt mir nur noch Achselzucken.

 

Wir werden immer mehr zum Schweigen gebracht um andere zu schützen und merken nicht, dass genau das die Wogen nicht glättet, sondern nur den Dialog verhindert. Darum ist schweigen für mich so gefährlich.

 

 

Prinzipienreiterei

Patrick Fischer wurde das Eishockey-Traineramt noch vor der Heim-WM entzogen. Grund war, dass herausgefunden wurde, dass er mit gefälschtem Covid-Zertifikat an die vor vier Jahren zurückliegenden olympischen Spiele in Peking angereist war. Damals ohne Konsequenzen. Er habe damit seine Vorbildfunktion missachtet und deswegen wurde er entlassen. Folgerichtig, niemand ist unfehlbar aber Vorbilder müssen für Fehler geradestehen!? Prinzipienreiterei! Vielleicht war der Zeitpunkt halt jetzt auch da, weil der Bund zunehmend unter Druck steht, die viel zu grossen Mengen eingekauftem Impfstoff zu rechtfertigen. Das kleine Vorbild Fischer hat keine Chance, im Gegensatz zur übermächtigen Pharma die alles darf und anscheinend keine Konsequenzen für fehlverhalten tragen muss (so stand ja ihre null Verantwortung tragen zu müssen, anscheinend in den Verträgen).

 

Ja, wo kämen wir da hin, wenn alle Kleinsten, die aber Vorbildfunktionen haben, tun und lassen könnten, was sie wollen? Darum ist das Prinzip so wichtig. Auch wenn Fischer ein super Typ ist und es ihm doch gegönnt wäre diese Heim-WM als Trainer zu beschliessen, hat er Mist gebaut und für den muss er büssen (nicht nur finanziell). Da ist es doch ganz etwas anderes, wenn zu verurteilende Verbrecher als Präsidenten gewählt werden und so ihrem Urteil entfliehen können. Dabei aber die ganze Welt mit ihren kranken Ansichten terrorisieren. Sie dies eben aus Prinzip tun dürfen, oder wie? Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Prinzipien überdenken und Menschenverstand einsetzten, wären für mich zurzeit das Wichtigste. Besser als zu bestimmen, dies darf ich nicht mehr so nennen, weil…

 

 

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