Psychogramm der Tötungslust (2015)
Klaus Theweleit
Handlung
Das Lachen der Killer in zahlreichen Ereignissen Beschrieben und analysiert. Sei es Anders Breivik, die Schandtaten der IS, und der Weltkriegssoldaten während des zweiten Weltkriegs, Massenmorde an Kommunisten in Indonesien, der Genozid an der Tutsi Bevölkerung in Ruanda, die Folterung der indigenen Bevölkerung Guatemalas. Immer dabei das Lachen und somit die Lust am Töten.
Meine Meinung
Das Buch ist alles andere als leichte Kost. Lesenswert trotzdem oder gerade deswegen. Die Lust am Töten, zeigt im Buch auf, die die es tun sind weder krank noch verrückt, sie sind normale Menschen. Das Buch sagt mir (persönliche Meinung): Denn kranke Menschen tun so etwas gar nicht. Es zeigt mir auf, dass es eigentlich weder um Religion, Sexualität, zu Feminismus oder Politik geht. Eher um geschändete, vorwiegend Männerkörper, durch Verhaltensweisen der Gesellschaft. Das killen wird als legitim betrachtet, weil sie sich als Helden sehen. Tempelritter die die Bösen vernichten und die Welt retten. Das alles hat System. Die Killer werden wie ich es verstehe quasi dazu ausgebildet, in dem sie zuschauen müssen, Taten anderen in die Schuhe schieben können und so eine Lust entsteht den Feind mit einem Lachen legitim zu zerhacken.
Eines ist mir besonders geblieben. Eine Vergewaltigung hat keinen sexuellen Hintergrund (so habe ich es zumindest verstanden). Mitte der 1990 Jahre habe ich mich schon mit «sexueller Gewalt» und Vergewaltigung in einer Kursreihe die wir «Die Mauer des Schweigens» nannten, auseinandergesetzt. Die Leiterin des Kurses arbeitete in einem Frauenhaus. Sie meinte gerade das Vergewaltiger nicht krank sind, und das es auch nicht um sexuelle Lust gehe, sondern um Macht. Sie beschreibt damit auch Inzest vergehen an Säuglingen. Kleinkinder bieten null sexuellen Reiz. Das Buch zeig mir somit auf das es bei einer Vergewaltigung zwar um eine Erleichterung geht, jedoch nicht im Sinne des sexuellen Akts, sondern des eigens «geschändeten» Körpers.
Das Buch legitimiert die Lust am Killen, das Lachen der Täter in keiner Weise. Sie sind nicht krank, sondern normale Menschen. Zu Bestien werden Menschen gemacht mit Propaganda und Erzählungen unter Gelächter. Scham, Skrupel und Mitleid müssen sie nicht haben, denn sie sind Helden die die Welt retten. Sei es unter einem Regime oder einer eigens kreierten Ideologie (zum Bsp. aus Geschichten der Heldenhaften Tempelritter). Für krank erklären heisst Freispruch, denn sie können nichts dafür. Die Folgen, ja die Strafe bleibt aus und so wird wohl beim Killen weiter gelacht.
Das Lachen bleibt einem so im Halse stecken und für kurze Zeit habe ich das Gefühl das Lachen sei doch vom Teufel.

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